Die Ruhe nach dem Sturm

Den Sturm gab es im September gleich im doppelten Sinne. Zum einen stand die Taifunzeit vor der Tür und zum anderen kam beim Praktikum eine arbeitintensive Phase auf mich zu. Das Erste äußerste sich in orkanartigen Winden und starken Regengüssen, sodass es teilweise Erdrutsche, Überschwemmungen sowie Verwüstungen gab. Das Andere äußerste sich in 60 Arbeitsstunden pro Woche. Arbeitstage, die bis 23Uhr gingen und zwischen denen nur 9h dazwischen lagen. Aber es war eine sehr lehrreiche Phase, da ich nicht nur viel fachliches dazulernen konnte sondern auch mehr über die Kollegen indem man viel Zeit miteinander verbrachte.

Der letzte Taifun dieser Saison war am letzten September Wochenende und hinterließ seine Spuren.

Auch wurde durch den Taifun merkbar der Herbst eingeleitet. Die schwüle Luft war wie weggeblasen und ein frischer Herbstwind weht seither durch Tomioka.

Außerdem hinterließ in mir das Event, das ich mit meinen Arbeitskollegen daraufhin besuchte, seine Spuren. Eine faszinierende japanische Tradition, bei der dicke Menschen in riesen Windeln versuchen, sich umarmend aus dem Ring zu werfen – SUMO.

Eine weitere Überraschung gab es Ende September, als Ana hier in Japan ankam. Es war schön einen vertrauten Menschen in meine neue Umgebung einzuführen, dadurch hatte auch ich die Chance das Land noch einmal auf eine andere Weise kennenzulernen. Und durch Ana’s Besuch wurde mir zum einen bewusst, wie sehr ich mich mittlerweile schon an Japan gewöhnt habe und zum anderen wen ich in der Heimat eigentlich so vermisst habe. 19 Tage konnten wir zusammen Land und Leute erleben.

Ihre Abreise hat gleichzeitig für mich ein Gefühl der Endphase meines Japanaufenthaltes in mir aufkommen lassen, in der ich nun schon teilweise realisiere und mir bewusst mache was ich hier schon an Erfahrungen gesammelt habe – aber auch stets noch dabei bin weitere Eindrücke zu bekommen. Jeden Tag wird mir bewusster, dass diese Auslandserfahrung endlich ist, was diese damit auch so besonders macht. Daher versuche ich mit maßlosem Konsum von japanischen Speisen, dem Teilhaben an gesellschaftlichen Ereignissen (Fußballspielen, Nomikai’s (jap. drinking partys), etc.) und stets gemäß „Carpe diem“ die Zeit hier so gut wie möglich in mir aufzusaugen und damit festzuhalten!

Weitere Bilder:
Ana’s erste Eindrücke in Japan
Kyoto
Roadtrip to Aomori


One response to “Die Ruhe nach dem Sturm

  • Ast

    Man, Sumo hätte ich auch gerne mal gesehen, aber irgendwie wurde das nichts während ich da war. Ausverkauft, abgeblasen oder viel zu weit weg.

    Naja, dann halt beim nächsten Mal. ^^

    Ich habe übrigens letztens erfahren, dass ich vllt. meine Masterarbeit über ein Experiment in Japan schreiben könnte. Da würde ich doch nicht ausschließen, dass ich da dann auch mal persönlich vorbei muss. Aber mal gucken. Da muss ich mich noch schlauer machen.

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